QR-Codes im Mobile Marketing – Spielerei oder Mehrwert?

QR-Codes im Mobile Marketing – Spielerei oder Mehrwert?

Quick Response Codes, sogenannte QR-Codes, kennt inzwischen fast jeder. Sie sind die direkte Schnittstelle für das Mobile Marketing zum User. So richtig angekommen sind sie im europäischen Marketing aber immer noch nicht. Denn obwohl das Angebot in den letzten Jahren offensichtlich massiv angestiegen ist, waren die Nutzungsraten der Codes durch den Endverbraucher lange eher gering. Während in den USA und in Asien schon seit Jahren erfolgreich mit den QR-Codes gearbeitet wird, gibt es hierzulande noch einiges an Erklärungsbedarf. Stellen auch Sie sich die Frage, ob QR-Codes ein sinnvolles Instrument für Ihre Marketingmassnahmen sind oder ob die Bedeutung der quadratischen Codes schon wieder abnimmt?

In diesem Artikel finden Sie einige Informationen zum Nutzungsverhalten der User, Hinweise für eine erfolgreiche QR-Kampagne und einen Ausblick in die Zukunft der QR-Codes.

 

Zielgruppe

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Comscore von 2014 hat festgestellt, dass die Nutzung von QR-Codes in Europa nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten stark angestiegen ist. Es macht also durchaus Sinn, die Codes in das Mobile Marketing einzubinden. Allerdings wissen viele der Befragten nicht, wie die Codes funktionieren. Wie bei jeder Marketing-Kampagne muss man auch für QR-Codes die Zielgruppe berücksichtigen.

Laut einer Studie von scanlife.com sind weltweit 59 Prozent der QR-Code-User männlich.

 

Quelle: scanlife.com

 

Nur 5 Prozent der User sind unter 18 Jahre alt. Die grösste Gruppe stellen mit 26 Prozent die 35- bis 44-Jährigen dar, gefolgt von den 45- bis 54-Jährigen und den 25- bis 34-Jährigen mit jeweils 21 Prozent. User zwischen 18 und 14 Jahren haben einen Anteil von 21 Prozent und User über 55 einen Anteil von 17 Prozent.

 

Quelle: scanlife.com

 

Auch die Uhrzeit kann eine Rolle für Ihre Mobile-Marketing-Kampagne spielen. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr werden die meisten QR-Codes gescannt.

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, QR-Codes zu nutzen, sollten Sie sich also genau überlegen, wie, wo und wann Sie die zweidimensionalen Datenträger einsetzen.

 

QR-Codes sinnvoll ins Mobile Marketing implementieren

Den grössten Vorteil von der Einführung von QR-Codes in Ihre Marketing-Strategie hat der Nutzer. Die Codes sind vor allem ein Plus an Komfort für Ihre Kunden. Beispielsweise müssen diese mithilfe eines QR-Codes keine langen URLs eintippen. Im Rahmen einer DM-Kampagne können sie auf eine personalisierte und individualisierte Landingpage geleitet werden, die beispielsweise ein vorausgefülltes Formular beinhaltet. Ausserdem kann der Kunde mit QR-Codes Gutscheine, Eintrittskarten etc. auf seinem Smartphone mit sich führen. Aber auch Ihr Unternehmen kann einigen Gewinn aus der Technologie ziehen:

  • QR-Codes können relativ günstig viele Informationen an eine breite Öffentlichkeit kommunizieren. So können Sie Neukunden gewinnen.
  • Bereits vorhandene Kunden können Sie mit den Codes an sich binden, indem Sie mit den verlinkten Inhalten einen konkreten Mehrwert für den Kunden liefern.
  • Neben Vorteilen, wie beispielsweise Rabattaktionen können die QR-Codes auch auf Serviceinhalte oder Beratungsangebote verweisen.

Der Mehrwert für den Unternehmer ist also klar gegeben. Wo aber können QR-Codes platziert werden?

 

Sinnvolle Anwendungsgebiete

QR-Codes können an vielen Orten sinnvoll eingesetzt werden. Auf vielen Produktverpackungen oder in Zeitschriften finden sich heutzutage solche grafischen Verlinkungen. Der Vorteil dieser Platzierungen ist, dass der Verbraucher zu Hause in aller Ruhe oder auch unterwegs zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Informationen abrufen kann.

Auch öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufsläden und andere öffentliche Plätze sind Orte, an denen die Verbraucher häufig Ihre Smartphones zücken, um die Codes zu scannen. Auf Werbetafeln und -plakaten geben sie nähere Produktinformationen, an Haltestellen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln dienen sie zur Fahrplanauskunft, als Navigationshilfe oder sogar als mobiles Ticket.

QR-Codes können ausserdem im geschäftlichen Bereich gut eingesetzt werden. Auf Visitenkarten können sie zum Beispiel dem Empfänger die Möglichkeit geben, den Kontakt direkt zu speichern oder ihn auf die jeweilige Unternehmensseite weiterleiten. Auch für B2B-Unternehmen haben die Codes so ihren Reiz.

Es gibt viele Möglichkeiten die Kunden an Ihre Codes heranzuführen. Im Zuge einer Direct-Marketing-Kampagne beispielsweise kann mithilfe eines QR-Codes der Print mit dem Online-Kanal verbunden werden. Beispiel: Der User erhält eine schriftliche Event-Einladung per Post, die einen QR-Code enthält. Wenn er diesen mit seinem Smartphone scannt, gelangt er direkt auf eine personalisierte Landingpage mit einem vorausgefüllten Formular, mit dem er sich für den Event anmelden kann. Ein QR-Code ermöglicht einem Unternehmen ausserdem, dass er die Handlungen seiner Rezipienten tracken kann. Je nach Situation können automatisch passende Folgeaktionen ausgelöst werden.

Manche Ideen aus der Praxis sind weniger gut, andere besser. Das Unternehmen Henkel hat ein besonders gutes Beispiel für den Einsatz von QR-Codes im Einzelhandel gegeben.

 

Best Practice

Für seine Klebstoffmarke Pattex hat das Düsseldorfer Unternehmen eine elegante Lösung für die Kunden angeboten. Wo früher im Einzelhandel der Verkäufer die Kunden beraten konnte, stehen diese heutzutage oft alleine vor der grossen Auswahl. Auf jeder Pattex-Verpackung befindet sich deshalb jetzt ein QR-Code, der erklärt, für welches Anwendungsgebiet das jeweilige Produkt vorgesehen ist und was man bei der Verwendung beachten muss.

Auch der deutsche Fleischwarenhersteller Rügenwalder hat QR-Codes erfolgreich zur Kundenbindung eingesetzt. Auf den Produkten des deutschen Unternehmens verweisen die Codes auf YouTube-Clips, die Hintergrundinformationen über das Unternehmen liefern. Die Kampagne hat viel positive Aufmerksamkeit erreicht und kam bei den Kunden gut an.
Es liegt also nicht am Kunden, dass die Nutzung von QR-Codes anfangs nur langsam zugenommen hat. Viele Unternehmer haben einfach nicht genügend Planung in ihre QR-Kampagnen gesteckt und die User somit nicht von ihren Angeboten überzeugen können.

 

Negativbeispiele

Eine Fluggesellschaft hat versucht, QR-Codes im Flugzeug einzuführen. Allerdings bestand in den Flugzeugen der Airline keine Internetverbindung, was den Versuch zum Scheitern verurteilte.

Ein grosser deutscher Verlag hat QR-Codes auf Plakaten gegenüber von Bahngleisen angebracht. Dort bestand zwar die Möglichkeit für mobiles Internet, es war dem Verbraucher aber unmöglich, die Codes zu scannen.

Ein Hersteller von Tomatenketchup hat ebenfalls eine Kampagne mit QR-Codes gefahren. Dabei hat die Firma nicht darauf geachtet, was aus der verlinkten URL geworden ist. Einige Zeit später fiel einem Verbraucher auf, dass der Code inzwischen auf eine Pornoseite führte.
Häufig sieht man auch QR-Codes auf Plakaten an Strassen. Hier wurde offensichtlich die normale Werbekampagne einfach um einen solchen Code ergänzt. Ein guter Eindruck entsteht dadurch aber nicht. Schliesslich sollte kein Unternehmer seine Kunden indirekt dazu auffordern, während der Fahrt ihre Smartphones herauszuholen und den Code zu scannen.

Es gibt also einige „Dos and Don’ts“ für Ihre Kampagne mit QR-Codes.

 

Do

  • Überlegen Sie sich gut, welche Inhalte Sie mit dem QR-Code verlinken.
    • Wen wollen Sie mit dem Code erreichen?
    • Wo soll das geschehen?
    • In welchem Kontext nutzt der User den Code?
    • Wie können Sie einen Anreiz, eine Lösung oder sonstigen Nutzen mit dem Code liefern?
  • Bieten Sie exklusiven Mehrwert.
    • Der User will einen Mehrwert, den er nur über den QR-Code bekommen kann, sonst sieht er keinen Nutzen darin, den Code zu scannen. Möglichkeiten sind Gewinnspiele, Rätsel, Coupons, exklusive Inhalte etc.
  • Erläutern Sie, welchen Nutzen der QR-Code dem User bringt.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, den Code optisch ansprechend zu gestalten (z.B. farblich oder mit integriertem Logo).
  • Ein QR-Code wird ausschliesslich von mobilen Endgeräten abgerufen. Das Ziel der Verlinkung muss folglich unbedingt für diese Geräte optimiert sein.
  • Testen Sie den Code vor Veröffentlichung unbedingt mehrmals mit verschiedenen Geräten und Apps.
  • Beobachten Sie die Zugriffe der Landingpage des QR-Codes und nutzen Sie diese Daten für Ihre Marketingplanung.
  • Versichern Sie sich, dass dort, wo Sie Ihre Codes veröffentlichen, auch eine Internetverbindung sichergestellt ist.

 

Don’t

  • Verlinken Sie auf keinen Fall mit Ihrem QR-Code auf eine Website, die nicht für mobile Endgeräte optimiert ist.
  • Platzieren Sie Ihre QR-Codes nicht an Stellen, die der Verbraucher nur kurz sehen kann oder die schwer erreichbar sind, wie zum Beispiel aussen an Bussen, auf Werbeplakaten an Strassen, auf hoch angebrachten Bannern oder Plakaten etc.
  • Veröffentlichen Sie keine zu kleinen QR-Codes.

 

Die Zukunft der QR-Codes

Eine grosse Mehrheit der Schweizer besitzt ein Smartphone und nutzt dieses täglich. Alles weist daraufhin, dass diese Zahl in Zukunft noch steigen wird. Das Mobile Marketing ist also auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil aller Marketing-Strategien. Auch viele Schweizer Unternehmer haben das erkannt. QR-Codes werden dabei von 60 Prozent der Unternehmer genutzt, die auf mobiles Marketing setzen.

Obwohl viele Kommentatoren immer wieder das baldige Ende der QR-Codes vorhergesagt haben, ist die Technik immer noch weit verbreitet. Bei den Verbrauchern steigt die Akzeptanz und Nutzung der Codes sogar an.

Die zunehmende Wichtigkeit des QR-Codes zeigt sich auch im Schweizer Zahlungsverkehr. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, den Marktbedürfnissen und kommenden regulatorischen Anforderungen erscheint Mitte 2018 sogar ein neuer Einzahlungsschein mit einem QR-Code. Dieser soll die aktuellen Formen des Einzahlungsscheins ablösen.

Eine Kampagne mit QR-Codes aufzubauen, lohnt sich also auch in Zukunft noch – wenn die Kampagne gut aufgezogen ist, technisch einwandfrei funktioniert und der User einen konkreten Mehrwert vom digitalen Angebot hat.

 

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