WhatsApp-Marketing bringt frischen Wind in die Werbewirtschaft – erfahren Sie hier, was es zu beachten gilt und wie Sie dieses Marketing-Tool für sich nutzen.

Whatsapp-Marketing – die ersten Schritte

Mit WhatsApp Werbung steht Unternehmen ein ganz neuer Kanal offen, über den sie einen sehr persönlichen Kontakt mit Kunden aufbauen können. Allerdings gibt es dabei verschiedene organisatorische und vor allem rechtliche Voraussetzungen zu beachten. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt und wie Ihre WhatsApp-Kampagne zum Erfolg wird.

Update 17.06.2019: WhatsApp hat angekündigt, dass ab dem 7.12.2019 rechtliche Schritte gegen diejenige eingeleitet werden, die automatisierte Nachrichten oder Massennachrichten versenden.

Die Digitalisierung hat im Marketing zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Einiges davon, wie etwa Newsletter und E-Mail-Marketing, hat sich längst etabliert. Fast täglich tun sich aber auch neue Chancen auf, denn findige Marketing-Verantwortliche entwickeln laufend neue Varianten. Eine davon ist das WhatsApp-Marketing, das in Asien und Südamerika schon einige Erfolge verbuchen konnte und das nun auch in Europa immer populärer wird.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was sich hinter Begriffen wie WhatsApp Werbung oder WhatsApp-Newsletter verbirgt, welche technischen Voraussetzungen es gibt und wie Sie WhatsApp sinnvoll für das Marketing Ihres Unternehmens nutzen können.

 

WhatsApp – was ist das überhaupt?

Den Meisten wird WhatsApp sicherlich ein Begriff sein, aber es gibt vermutlich auch den einen oder anderen, der nichts oder nicht allzu viel darüber weiss. Daher wollen wir kurz erklären, was sich hinter dem Namen verbirgt, und zugleich aufzeigen, wieso WhatsApp sich als Marketing-Werkzeug eignet.

WhatsApp ist ein Messenger-Dienst für Smartphones, der 2009 von Jan Koum und Brian Acton auf den Markt gebracht und 2014 von Facebook aufgekauft wurde. 2018 kam der Dienst weltweit auf rund 1,2 Milliarden Nutzer, in der Schweiz gibt es etwa 6,5 Millionen aktive Nutzer. Betrachtet man die Nutzerzahlen anderer sozialer Netz in der Schweiz – YouTube 5,5 Millionen, Facebook 3,8 Millionen, Instagram 2,5 Millionen – ist es leicht nachvollziehbar, wieso Marketing-Verantwortliche aus allen Branchen den Messenger-Dienst als Werbekanal mit enormem Potential betrachten.

Seit der Übernahme durch Facebook – bei der satte 19 Milliarden US-Dollar den Besitzer wechselten – ist es ausserdem eines der erklärten Ziele von WhatsApp, die Plattform für die Werbewirtschaft zugänglich zu machen. Dieses Ziel wurde zwar bisher noch nicht wirklich erreicht, aber es gibt bereits Firmen, die Dienste anbieten, mit denen sich der Messenger effektiv als Marketing-Tool verwenden lässt.

 

Welche Vorteile hat WhatsApp-Marketing?

Angesichts der zahlreichen verfügbaren Werbekanäle fragen Sie sich jetzt vielleicht, wieso Sie ausgerechnet auf WhatsApp als Kanal setzen sollten. Ein Grund ist sicherlich die hohe Interaktionsrate – WhatsApp nutzt Push-Benachrichtigungen, sodass der Nutzer wie bei einer SMS benachrichtigt wird, wenn eine Meldung eingeht. Dadurch wird er animiert, sich die Nachricht direkt anzusehen und darauf zu reagieren. So kommt man beim WhatsApp-Marketing auf eine Öffnungsrate von bis zu 90 Prozent.

Der zweite grosse Vorteil von WhatsApp ist, dass die Nutzer direkt auf Botschaften antworten können, um zum Beispiel Fragen zu stellen oder Bilder zu kommentieren. Statt einer einseitigen Kommunikation kommt also ein echtes Gespräch auf. Das bedeutet zwar mehr Aufwand für Sie als Werbetreibenden, dafür können Sie Kunden aber auch einen sehr persönlichen Service bieten, der die Kundenbindung immens stärken kann.

Hinzu kommt, dass hilfreiche, unterhaltsame oder nützliche Inhalte gerne weiter über WhatsApp geteilt werden, so dass Unternehmens-Fans als aktive, glaubwürdige und loyale Botschaftern für eine Marke agieren (Graswurzel-Marketing). Darüber hinaus kommt es bei WhatsApp praktisch zu keinen Streuverlusten, da Nutzer in der Regel gezielt angesprochen werden müssen.

 

Was gilt es technisch und rechtlich zu beachten?

WhatsApp-Marketing ist also sehr effektiv – aber wie genau sollen Sie Ihre Kunden kontaktieren? WhatsApp ist schliesslich ein Messenger-Dienst, um eine Nachricht verschicken zu können, brauchen Sie also die Telefonnummer Ihres Gesprächspartners.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Ihnen Ihre Kunden die Nummern einfach geben. So könnten Sie beispielsweise auf der Webseite Ihres Unternehmens eine Verlosung ankündigen, eine individuelle Beratung anbieten oder einen Fotowettbewerb starten. Um daran teilzunehmen, müssen die Nutzer ihren Namen und ihre Telefonnummer angeben. Im Anschluss wird dann die Rufnummer Ihres Unternehmens angezeigt, die die Nutzer in ihrem Telefonbuch einspeichern müssen. Damit haben Sie einerseits die Nummer und wissen, dass Sie den Nutzer problemlos kontaktieren können, da er Ihre Nummer ebenfalls gespeichert hat. Anderseits haben Sie auf diese Weise den ersten Schritt des sogenannten Double-Opt-In-Verfahrens abgeschlossen – mit diesem Verfahren sichern Sie sich rechtlich ab, sodass Klagen wegen unerlaubter oder unerwünschter Werbung ausgeschlossen sind.

Im zweiten Schritt muss Ihnen der Nutzer nur noch ein bestimmtes Wort zusenden, das er zum Beispiel ebenfalls auf Ihrer Webseite findet, um so zu bestätigen, dass Sie ihn über WhatsApp kontaktieren dürfen. Zusätzlich müssen Sie dem Nutzer die Möglichkeit geben, den Kontakt zu Ihnen über ein Opt-Out-Verfahren wieder zu beenden.

Grundsätzlich läuft der Versand von Whatsapp-Nachrichten nur zwischen zwei Nutzern – das wäre in bestimmten Situationen beim WhatsApp-Marketing aber sehr mühselig. Und die Gruppenchat-Funktion fällt unter Berücksichtigung von Datenschutzgründen für die Marketingnutzung weg. Daher werden häufig sogenannte Broadcast-Listen verwendet, über die eine Art WhatsApp-Newsletter verschickt wird. Dieser WhatsApp-Newsletter funktioniert im Grunde wie ein normaler Newsletter – er geht an eine Reihe von Empfängern, die sich untereinander aber nicht sehen. Antwortet also ein Empfänger auf die Nachricht, wird ein ganz normaler Chat zwischen Sender und Empfänger gestartet.

Alternativ gibt es inzwischen auch Service-Anbieter wie WhatsATool und WhatsBroadcast, die den Versand von Nachrichten über eine Web-Oberfläche ermöglichen und zudem verschiedene Analysefunktionen bieten. Das erleichtert die Arbeit mit WhatsApp natürlich stark, birgt allerdings auch die Gefahr, dass die „persönliche Note“ etwas verloren geht. Entscheiden Sie also am besten anhand der Ausrichtung Ihrer Kampagne, ob Sie solche Services in Anspruch nehmen wollen oder nicht.

 

Tipps fürs WhatsApp-Marketing

WhatsApp-Marketing ist etwas Neues, abseits der ausgetretenen Pfade. Die Verlockung, es „unbedingt mal auszuprobieren“, ist da natürlich sehr hoch. Allerdings sollten Sie sich auch hier, wie bei jeder Marketing-Kampagne, im Vorfeld überlegen, was Sie eigentlich erreichen wollen. WhatsApp ist ein vielseitiges Marketing-Werkzeug, aber es eignet sich nicht für alle Situationen und funktioniert nur, wenn Sie ein klares Ziel vor Augen haben.

Im nächsten Schritt sollten Sie organisatorische und rechtliche Frage klären. Dazu gehören unter anderem die Zuständigkeit, die Kostenverteilung, mögliche Verträge mit Service-Anbietern und der personelle Aufwand. Gerade Letzteren sollten Sie nicht unterschätzen, da die persönliche Kommunikation über WhatsApp sehr zeitaufwändig werden kann. Achten Sie ausserdem auf ein juristisch einwandfreies Double-Opt-In-Verfahren sowie die Möglichkeit zum Opt-Out, um möglichen rechtlichen Problemen vorzubeugen.

Im Anschluss können Sie sich dann an die Planung der Inhalte machen. Wie die genau aussehen, hängt natürlich vor allem von der Ausrichtung Ihrer Kampagne ab – generell gilt bei WhatsApp aber die Regel „kurz und knapp, dafür regelmässig“. So kann WhatsApp-Marketing eingesetzt werden, um Kunden auf bevorstehende Anlässe wie den Valentins- oder Muttertag aufmerksam zu machen und in diesem Zusammenhang auch direkt ein paar passende Geschenkideen aus dem Sortiment zu bewerben. Aber auch für die Kommunikation von Spezialöffnungszeiten, Rabattwochen oder Sonderangebote können die Kurznachrichten genutzt werden.

Um Ihnen eine kleine Vorstellung von den Möglichkeiten des WhatsApp-Marketings zu verschaffen, wollen wir Ihnen ein paar Kampagnen vorstellen.

 

WhatsApp-Newsletter

Beim Reiseanbieter TUI Österreich können sich Kunden für den WhatsApp-Newsletter registrieren und erhalten regelmässig Informationen zu Angebote, Last Minute-Aktionen und Reisetipps. Auch im Ötztal gibt es aktuelle News, Veranstaltungsinformationen und den Wetter- und Schneebericht direkt auf das Smartphone – für Touristen und einheimische Schneehasen.

 

WhatsApp-Produktpromotion

Ein Spirituosenhersteller nutzte WhatsApp, um den Verkaufsstart einer Wodka-Sonderedition zu bewerben. Dazu kündigte er auf seiner Seite eine exklusive Party an, die allerdings vom virtuellen Türsteher Sven bewacht wurde. Um Sven zu überzeugen, mussten die Nutzer kreative Nachrichten oder Bilder einsenden – auf die Sven reagierte, sodass es zu einem regen Austausch zwischen dem Unternehmen und den Nutzern kam.

 

WhatsApp-Gewinnspiel

Einen ähnlichen Weg schlug ein Mayonnaise-Hersteller ein. Er forderte seine Kunden auf, Bilder mit dem Inhalt des Kühlschranks einzusenden. Im Austausch erhielten die Nutzer dann von verschiedenen Küchenchefs Rezeptideen, für die neben Mayonnaise die Zutaten aus dem Kühlschrank des jeweiligen Nutzers benötigt wurden. Zudem standen die Köche für Rückfragen und Anmerkungen zur Verfügung. Insgesamt nahmen rund 13.000 Nutzer an der Aktion teil, die im Schnitt über eine Stunde mit dem Unternehmen in Kontakt traten.

 

Fazit

Wie Sie sehen, kann WhatsApp-Marketing eine sehr wirksame Art zu werben sein – sofern es richtig eingesetzt wird. Da Sie Ihren Kunden über WhatsApp einen Kommunikationskanal eröffnen, sollten Sie mit einer Vielzahl von Rückmeldungen und damit mit einem beträchtlichen personellen Aufwand rechnen. Dieser Aufwand zahlt sich allerdings häufig doppelt aus, da die Kundenbindung gestärkt wird und die Empfänger Ihrer Nachrichten als Ausgangspunkt zur Verbreitung – in Form von Weiterleitungen – an Freunde und Bekannte dienen können.

 

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