TikTok für Ihr Unternehmen nutzen: so geht’s!

TikTok hat sich vom „kuriosen Spielzeug für Jugendliche“ zu einer ernstzunehmenden Social-Media-Plattform entwickelt. Angesichts der Nutzerzahlen ist diese auch für die Werbewirtschaft interessant. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie zu TikTok wissen müssen und worauf Sie beim Marketing auf TikTok achten sollten.

Social Media hat im Marketing mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Social-Media-Marketing zählt zu den am stärksten wachsenden Bereichen in der Werbewirtschaft. Während Facebook, Instagram und Co. für viele fast schon wieder ein „alter Hut“ sind, gibt es eine Plattform, die bisher vergleichsweise wenig für Marketing-Zwecke verwendet wird: TikTok. Doch welches Potential steckt in diesem Social-Media-Kanal? Und gibt es vielleicht noch andere Faktoren, die für oder gegen TikTok als Marketing-Plattform sprechen? Hier erfahren Sie es!

 

Was ist TikTok?

TikTok ist ein als App und als Website verfügbarer Social-Media-Kanal des chinesischen Entwicklers ByteDance, der 2018 aus dem Vorgänger-Kanal „Musical.ly“ hervorgegangen ist. Die App ist für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar. Über TikTok können Videos im für Smartphones typischen Hochformat geteilt werden, zudem verfügt die App über eine Chat-Funktion.

TikTok hat eine rasante Entwicklung durchgemacht: Von der Einführung im August 2018 bis zum Februar 2019 wurde die App rund eine Milliarde Mal heruntergeladen, bis Mai 2020 kamen noch einmal eine Milliarde Downloads hinzu. Im November 2019 wurde erstmals die Marke von einer Milliarde aktiver Nutzer geknackt. Die Nutzerzahlen steigen seitdem weiter an, sodass TikTok zu den am schnellsten wachsenden Social-Media-Plattformen zählt.

 

Was ist das Besondere an TikTok?

Als Videoplattform scheint TikTok auf den ersten Blick mit YouTube zu konkurrieren. Aber es gibt eine Reihe von entscheidenden Unterschieden, durch die sich TikTok deutlich vom „Video-Urgestein“ abhebt. Die Videos im Hochformat sind auf 60 Sekunden Länge begrenzt und bieten eine Reihe von Effekten und Filtern zur Nachbearbeitung. Zudem ist die Bedienung der App sehr einfach gehalten, sodass jeder ohne grossen Aufwand Videos erstellen und teilen kann.

Im Vordergrund stehen meist kreative und ausgefallene Videos, die unterhalten sollen, aber auch Challenges erfreuen sich unter den Nutzern grosser Beliebtheit. Zudem spielt der soziale Faktor bei der App eine grosse Rolle – bei Live-Streams können die Nutzer dem Content-Creator sogar ein virtuelles Trinkgeld zukommen lassen, das sich der Content-Creator wiederum als Echtgeld via PayPal auszahlen kann. Häufig werden TikTok-Videos zusätzlich bei anderen Plattformen wie YouTube oder Instagram hochgeladen, sodass sich die Reichweite noch einmal erhöht.

TikTok ist vor allem bei jüngeren Nutzern sehr beliebt. In der Altersgruppe bis siebzehn Jahre haben neun von zehn Smartphone-Besitzern in der Schweiz die App installiert. Bei den Achtzehn- bis Zwanzigjährigen sind es schon nur noch knapp zwei Drittel und lediglich zwanzig Prozent der Nutzer über zwanzig Jahre haben sich die App heruntergeladen. Auffällig ist ausserdem der hohe Anteil an weiblichen Nutzern: zwischen sechzig und gut siebzig Prozent von ihnen sind Frauen. Die Intensität der Nutzung ist ebenfalls aussergewöhnlich, denn etwa drei Viertel der Nutzer öffnen die App täglich, und das in der Regel für ein bis zwei Stunden pro Tag.

 

Wie kann man TikTok als Unternehmen nutzen?

Dass TikTok für Unternehmen als Werbeplattform interessant sein kann, lässt sich leicht anhand einer Erhebung der US-amerikanischen Zeitschrift „Adweek“ aufzeigen. Laut der Untersuchung hat knapp die Hälfte der Nutzer schon einmal ein Produkt gekauft oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen, die auf der Plattform beworben wurde. Die Effektivität von TikTok im Rahmen des Marketings lässt sich also kaum bestreiten. Die Frage ist aber, wie Sie die Plattform als Unternehmen am besten nutzen können.

Ganz wichtig ist dabei, dass Unternehmen die Besonderheiten von TikTok beachten. Ein einfaches Werbevideo wird auf der Plattform kaum Erfolg haben. Soll mit eigenen Inhalten geworben werden, sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: Zum einen muss das Interesse der Zielgruppe sehr schnell – idealerweise innerhalb von drei Sekunden – geweckt werden. Zum anderen sollte das Video eine kreative Wendung, einen „Twist“ bieten, denn diese Art von Videos erreicht auf TikTok besonders hohe Klickzahlen.

Earned Media ist eine weitere Variante, die auf TikTok sehr gut funktioniert, da Hashtags und Challenges viele Nutzer ansprechen. So hat das Modelabel Guess zum Beispiel mit dem Hashtag #InMyDenim die Nutzer dazu aufgefordert, sich in ihrer Jeans in Szene zu setzen. Dem Aufruf folgten schliesslich rund 30 Millionen Nutzer, die so nicht nur zum Erfolg der Kampagne beitrugen, sondern sich auch öffentlich zur Marke „Guess“ bekannten und so die Brand Awareness stärkten.

Allzu viele feste Regeln gibt es für das Marketing auf TikTok noch nicht – dafür ist die Plattform noch zu jung. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass TikTok viel Platz zum Experimentieren bietet, ausserdem haben Unternehmen jetzt noch die Chance, sich als Early Adopter einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu sichern.

 

Anzeigenschaltung auf TikTok – bald auch in der Schweiz möglich

Anstatt selbst Reichweite zu generieren, soll es auf TikTok bald auch in der Schweiz möglich sein, einfach Anzeigen vor Videos zu schalten. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, einen eigenen Kanal mit guter Reichweite aufzubauen. Um aktuell aber „TikTok Ads“ zu nutzen, müssen sich interessierte Unternehmen an den Kundendienst von TikTok wenden und die erstellten Anzeigen an den Dienst zur Schaltung übergeben.

Noch im Sommer 2021 soll es jedoch möglich sein, in einem „TikTok Ads“-Konto Kampagnen relativ einfach selbst über die Self-Service-Plattform zu erstellen. Als Ziele lässt der Kampagnen-Manager Website-Konvertierungen, Website-Traffic, App-Installationen, Reichweite und Videoaufrufe zu. Zudem können A/B-Tests, Zielgruppen und Budgetgrenzen festgelegt werden. Als Gebotsstrategien stehen Kosten pro Klick, optimierte Kosten pro Klick, Kosten pro tausend Impressionen und Kosten pro tausend Aufrufe zur Wahl. Der Unterschied Zwischen Kosten pro Klick und optimierten Kosten pro Klick besteht darin, dass TikTok im ersten Fall die Auslieferung für die maximale Anzahl Klicks optimiert und im zweiten Fall für Conversions.

 

TikTok und der Datenschutz

Da die App aus China stammt, stellt sich fast automatisch die Frage nach dem Datenschutz, denn der chinesische Staat hat Unternehmen immer wieder zur Herausgabe von Daten verpflichtet. Neben den Daten, die der Nutzer freiwillig angibt, greift die App noch weitere Daten ab, wie etwa den Aufenthaltsort, IP-Adressen und Namen von Netzwerkverbindungen, die IMEI-Nummer des Smartphones, den Namen des SIM-Providers und einiges mehr. Zudem gibt TikTok persönliche Daten von Nutzern an Drittanbieter zu Werbe- und Marketing-Zwecken weiter.

Für Unternehmen ist diese Weitergabe von Daten in der Regel unproblematisch, da sie für die Werbewirtschaft meist nur von geringem Interesse sind. Da aber nicht ganz klar ist, ob und inwieweit TikTok auch Daten an den chinesischen Staat weitergibt, sollten Unternehmen nur öffentlich zugängliche Daten in der App preisgeben.

Ein weiteres Problem bei TikTok ist der Jugendschutz, gerade auch im Hinblick darauf, dass die App vorwiegend von Jugendlichen genutzt wird. Mehrere europäische Länder haben eine entsprechende Untersuchung in Auftrag gegeben. Sollten sich Mängel beim Jugendschutz zeigen, könnte das Einschränkungen der App zur Folge haben, was wiederum ihrer Popularität schaden dürfte. Ob es tatsächlich so weit kommt, muss sich aber noch zeigen.

 

Fazit

TikTok ist eine Social-Media-Plattform, die rasant wächst und daher auch für das Marketing von Interesse ist. Da das Marketing auf TikTok noch in den Kinderschuhen steckt, haben Unternehmen jetzt noch die Möglichkeit, sich als „Platzhirsch“ zu etablieren – vorausgesetzt, sie beachten die Eigenheiten der Plattform und liefern Inhalte, die von den Nutzern gut angenommen werden.

 

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