Franchise – eine Win-Win Kooperation

Franchise ist ein Vertriebssystem, das zwei Unternehmen in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit verbindet. Diese Form des Absatzsystems bietet beiden Seiten bestimmte Vorteile. Es gibt jedoch auch einige Einschränkungen, die man berücksichtigen sollte. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zum Thema, den Vor- und Nachteilen des Modells und lesen mehr über Beispiel-Unternehmen, die teilweise schon lange mit diesem Absatzsystem operieren.

 

Was ist ein Franchise?

Als Franchise wird ein Vertriebssystem bezeichnet, bei dem ein Vertragspartner gegen Gebühr das etablierte Geschäftsmodell des anderen Vertragspartners nutzt. Dabei stellt der Franchise-Geber die Marke und ein Geschäftsmodell bereit – teils sogar auch die Produkte. Oft ist der Franchise-Geber exklusiver Lieferant der Waren beziehungsweise Dienstleistungen, die der Franchise-Nehmer seinen Kunden anbietet. Der Franchise-Nehmer betreibt ein eigenes Unternehmen und vertreibt unter der Franchise-Marke die dazugehörigen Produkte oder Dienstleistungen. Für die Nutzung der Rechte zahlt er Gebühren.

Das Modell ist besonders im Gastronomiesektor weit verbreitet. Hier profitieren Franchise-Nehmer von bekannten Marken und von etablierter Qualität. Dies sorgt bei der Eröffnung eines Restaurants direkt für einen hohen Bekanntheitsgrad. Man muss sich das Vertrauen er Kunden also nicht erst mühsam selber erarbeiten.

Im Kern sind es fünf Eigenschaften, dieses Vertriebssystem kennzeichnen:

  • Ein erprobtes Geschäftsmodell,
  • ein kooperatives Vertriebssystem,
  • die Nutzung eines etablierten Konzepts,
  • die Multiplikation einer Geschäftsidee für schnelles Wachstum
  • sowie ein partnerschaftlicher Erfolg.

 

So entstand das Geschäftsmodell

Das Franchising geht bereits auf das Mittelalter zurück. Im Frankreich des 12. Jahrhunderts entstand dieses Konzept, als Landeigentümer landwirtschaftliche Flächen gegen eine Gebühr an ihre Untertanen übertrugen. Aus dieser Zeit resultiert auch der Name: Im Französischen erhielt das Modell die Bezeichnung „chartes de franchise“. Im 17. Jahrhundert erhielten Kaufleute und Handwerker in Frankreich sowie England vom Staat das exklusive Recht auf die Herstellung sowie den Vertrieb von bestimmten Produkten. Auch dies wurde als Franchising bezeichnet.

Als das erste kommerzielle Franchise-Modell, das auch heute noch existiert, gilt Coca-Cola. 1892 schloss das Unternehmen einen Vertrag mit einem Getränkehersteller in Boston ab. Bei Coca-Cola handelt es sich um ein sogenanntes Produktionsfranchising. Das bedeutet, dass der Franchise-Nehmer auch die Produktion des Produktes übernimmt. Auf diese Weise wuchs Coca-Cola sehr schnell. Das Unternehmen konnte sich dank des Modells nämlich auf die Ausweitung des Vertriebs konzentrieren. Der Franchise-Nehmer hingegen profitiert von einer bekannten Weltmarke, bei der eine hohe Nachfrage besteht.

 

Bekannte Franchise-Unternehmen, die auch in der Schweiz aktiv sind

Oft sind es globale Player, die ihre Marke und die Produkte lokalen Franchise-Nehmern auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen. Die wohl bekanntesten Beispiele für solche Konzepte finden sich unter den zahlreichen Fast-Food-Ketten. So zum Beispiel die US-amerikanischen Brands McDonalds, Burger King und Subway. Auch in der Schweiz gibt es viele Restaurants dieser Ketten.

Jedoch gibt es das Modell in der Schweiz auch abseits von Restaurantketten und amerikanischen Konzernen. Mrs. Sporty ist eines dieser Beispiele. Hier steht ein Boutique-Fitnessstudio für Frauen im Mittelpunkt. Die Franchise-Nehmer erhalten das Recht zur Nutzung der Marke, Fortbildungen sowie Trainingskonzepte.

Selbst im Einzelhandels- und Lebensmittelbereich ist das Konzept zu finden: Der Feinkost-Händler „Vom Fass“ liefert dem Franchise-Nehmer die Waren und stellt die Marke für die Nutzung zur Verfügung. Oder etwa das Fachgeschäft TeeGschwendner, das auf den Handel mit Tee und Tee-Zubehör spezialisiert ist. Das deutsche Unternehmen hat in der Schweiz, aber auch in Deutschland und Österreich Franchise-Nehmer, die an ihren Standorten physische Läden führen. Storebox, ein Geschäftsmodell, das es normalen Menschen einfach und unkompliziert ermöglicht, Lagerflächen zu mieten, gehört ebenfalls in diese Klasse. Mit Tuck-Tuck gibt es auch ein rein schweizerisches Franchise. Tuck-Tuck bietet Catering mit mobilen Garküchen, Mobiliar und Dekoration an.

 

Vorteile für die Franchise-Nehmer

Dieses sehr spezielle Vertriebssystem hat sowohl Vor- als auch Nachteile für beide involvierte Parteien. Die Liste der Vorteile für die Franchise-Nehmer ist lang, was das Modell zu einem beliebten Konzept macht.

Hoher Bekanntheitsgrad von Anfang an

Ein zentraler Vorteil ist, dass man das Recht zur Nutzung einer bereits bekannten Marke erhält. Am Beispiel McDonalds lässt sich dies deutlich aufzeigen: Wer ein Fast-Food-Restaurant unter eigenem Namen eröffnet, ist zunächst komplett unbekannt. Potenzielle Kunden sind mit dem Angebot nicht vertraut, wissen nicht, was sie erwartet und stehen auch der Qualität skeptisch gegenüber. Entsteht an gleicher Stelle hingegen ein Restaurant der McDonalds-Kette, dann ist ein Kundeninteresse ab dem ersten Tag garantiert. Die Marke ist bekannt, viele kennen die Produktpalette und haben bereits in einem anderen Restaurant der Kette gegessen.

Weniger Aufwand

Ein weiterer sehr grosser Vorteil dieses Absatzsystems ist, dass sich der Franchise-Nehmer in den meisten Fällen nicht um Lieferketten, Kalkulationen und die Produktion kümmern muss. Bei dem Feinkost- und Lebensmittel-Brand „Vom Fass“ etwa erhält der Franchise-Nehmer alle Waren direkt vom Franchise-Unternehmen geliefert. Der Aufbau und die Pflege eigener Lieferanten und eines eigenen Sortiments entfallen somit, denn es steht sofort ein umfangreiches Warenangebot zur Verfügung. Franchise-Nehmer profitieren zudem oft von günstigen Lieferkonditionen. Da der Franchise-Geber eine Vielzahl an Franchise-Nehmern unter Vertrag hat, ist ein dementsprechend hoher Warenumsatz gewährleistet.

Kalkulierbares Risiko

Bei vielen solchen Brands handelt es sich zudem um ein bewährtes und erprobtes Geschäftskonzept, das sich seit geraumer Zeit am Markt etabliert hat. Dies zeigt, dass die Strategie gewinnbringend ist und bei den Kunden auf Akzeptanz stösst. Coca-Cola und McDonalds sind nur zwei solche Erfolgsbeispiele. Beide Marken sind überall bekannt und gehören zu den weltweit wertvollsten Unternehmen. So ist in vielen Fällen das wirtschaftliche Risiko gut kalkulierbar. Durch das erprobte Konzept, die bewährten Lieferketten und eine bekannte Marke ist der Einstieg in den Markt in der Regel deutlich leichter, als wenn man ein eigenes Geschäftsmodell entwerfen muss. Dies sorgt für sichere Umsätze und einen schnellen Eintritt in den Markt.

Wenig Spielraum

Zu den Nachteilen für die Franchise-Nehmer gehört, dass sie an klare Vorgaben gebunden sind. Dies betrifft die angebotenen Waren oder Dienstleistungen, Gebühren und auch das Aussehen des Ladengeschäfts. So ist der Franchise-Nehmer bei Burger King an Geräte für die Zubereitung gebunden und erhält ebenfalls eine feste Speisekarte. Eigene Kreationen sind so nicht möglich. Ausserdem schreibt Burger King Haltezeiten für zubereitete Speisen vor. Sind diese abgelaufen, muss der Betreiber den Burger entsorgen. Damit setzt Burger King als Franchise-Geber Qualitätsstandards durch, die Verluste gehen jedoch zulasten des Franchise-Nehmers.

In der Regel benötigt man für den Einstieg auch ein bestimmtes Eigenkapital. Dessen Höhe unterscheidet sich von Fall zu Fall. So sind bei Subway mindestens CHF 100’000 notwendig, McDonalds fordert hingegen rund CHF 500’000 Eigenkapital.

Vor- und Nachteile für die Franchise-Geber

Auch für den Marken-Geber bringt das Modell Vor- und Nachteile mit sich.

Niedriges wirtschaftliches Risiko

Ein eindeutiger Vorteil ist das geringe wirtschaftliche Risiko. Die Franchise-Nehmer führen losgelöste Unternehmen und tragen für ihre Einheit das volle Geschäftsrisiko. Man verkauft ihnen die eigenen Produkte zum festen Preis und hat somit kein Risiko, da sowohl die Miete als auch die Kosten für Angestellte zu Lasten der Franchise-Nehmer gehen.

Schnelles Wachstum möglich

Mit diesem Geschäftsmodell ist zudem eine schnelle Expansion sehr gut möglich. Das Wachstum generiert nämlich kaum Investitionskosten. Die Eröffnung von neuen Ladengeschäften wird vom Franchise-Nehmer übernommen. Dieser trägt in weiten Teilen die finanziellen Lasten sowie die organisatorischen Aufgaben.

Aufwändige Kontrolle

Zu den Nachteilen für ein Franchise-Unternehmen gehört, dass dieses darauf angewiesen ist, dass der Franchise-Nehmer sich an gesetzliche Regeln und Standards hält. Ansonsten ist das gute Image der Marke in Gefahr, was Auswirkungen auf alle Teilnehmer hat. So kam es im Jahr 2014 bei Burger King zu einem Skandal, da Enthüllungsjournalisten in einigen Filialen Hygienemängel und Verstösse gegen das Arbeitsrecht aufdeckten.

Solchen Problemen können Franchise-Unternehmen nur mit strengen Kontrollen und Vorgaben entgegenwirken. Dies sorgt wiederum für einen enormen organisatorischen Aufwand, da Kontrollen meist direkt vor Ort durchgeführt werden müssen.

 

Fazit zum Geschäftsmodell

Wenn Sie vorhaben, sich selbstständig zu machen, ist ein Franchise-Modell eine interessante Möglichkeit. Es gibt mittlerweile Optionen in fast allen Branchen, wobei der Lebensmittelbereich besonders stark vertreten ist. Vor allem das niedrigere unternehmerische Risiko spricht für die Wahl dieses Geschäftsmodells.

Viele internationale Franchise-Unternehmen sind auch in der Schweiz aktiv. Darüber hinaus sind auch lokale Player, sowie auch solche aus dem Deutschsprachigen Raum in der Schweiz tätig. Falls Sie sich für ein bestimmtes Unternehmen, eine bestimmte Marke interessieren, ist es sinnvoll, sich zunächst mit dem genauen Regelwerk des jeweiligen Franchise-Unternehmens auseinanderzusetzen. Diese unterscheiden sich nämlich oftmals deutlich. Abseits davon gilt in den meisten Fällen, dass ein starker Franchise-Partner einen guten Einstieg in eine selbstständige Tätigkeit ermöglicht und vom Start weg für Kundeninteresse sorgt.

 

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